Europäischer Bier Kataster (European beer register)

Mit dem europäischen Bierkataster wird eine Einteilung aller Biersorten unabhängig von Marken, Regionen und Herstellungsverfahren ermöglicht. Die Einteilung erfolgt nach ausschließlich naturwissenschaftlichen Kriterien, sodass jede nur denkbare Bierrezeptur darin eingeordnet werden kann. Gleichzeitig finden sich die allgemein bekannten Marken-, Regional- und Qualitätsbegriffe genauso wieder – wie z.B. das Reinheitsgebot - da sie wesentlicher Bestandteil der Bierkultur sind und bleiben. Als Einschränkung des Begriffes Bier werden sie aber nicht abgebildet. Der Bierkataster entspricht vielmehr der Forderung nach Internationalität und Unabhängigkeit.

Was ist Bier?

Die naturwissenschaftliche Definition von Bier geht weit über das hinaus, was wir gemeinhin als Bier verstehen bzw. im Handel kaufen. Bier ist grundsätzlich jedes Getränk, bei dem aus einer stärkehaltigen Basisfrucht Zucker gewonnen wird, dieser in Wasser gelöst und unter Beigabe von Würzstoffen danach vergoren wird. Die Abgrenzung zu Wein besteht darin, dass für Weine Zucker aus pflanzlichen (Fruchtzucker) oder tierischen Quellen (zum Beispiel Honig) verwendet werden, die in der Basisfrucht schon vorhanden sind, während der Ausgangsstoff für Bier immer Stärke ist, die im Zuge des Herstellungsprozesses erst zu Zucker umgewandelt werden muss. In der Regel wird der Zucker aus der Stärke von Getreide (Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Mais) gewonnen, seltener wird Stärke aus Kartoffeln oder anderem Gemüse wie Erbsen herangezogen. Der japanische Sake, obwohl gemeinhin als „Reiswein“ bezeichnet, ist somit eindeutig ein Bier.

Über den Ursprung des Wortes Bier gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich stammt es von biber (lat. „Getränk“) ab. Ein nicht mehr gebräuchliches Wort für Bier ist das germanische Äl (vgl. englisch Ale oder schwedisch Öl), wobei es sich um das noch ungehopfte Gebräu handelte.

Gutes Bier/schlechtes Bier

Es gibt kein schlechtes Bier – sondern Bier mit unterschiedlicher Qualität. Qualität bestimmt sich als Reproduzierbarkeit gegenüber einem festgelegten Maßstab. Qualität zu bestimmen, zu erkennen ist Aufgabe von Spezialisten wie Diplom Biersommeliere. Passieren Fehler in Produktion und Ausschank, entsteht aus gutem Bier verdorbenes, ungenießbares Bier. Diese Unterscheidung erfolgt aber nach Kritierien, die nicht Bestandteil dieses Katasters sind.

Aufbau des Bierkatasters

Jedes Bier erhält aus den 4 Klassen des Katasters eine Bezeichnungen bzw. Zuordnung erhalten. Nur die erste Sparte - die Katasterfläche - ist eindeutig und auf jedes Bier gleich bzw. neutral anwendbar. Dieser Vorteil wird aber mit dem Nachteil erkauft, das die meisten der bekannten Einteilungsbegriffe für Bier darin nicht vorkommen. Die übrigen Klassen dienen dazu, die allgemein bekannte Begriffe ergänzend anzubringen.

  • Klasse 1: Katasterfläche

  • Klasse 2: regionale Kategorie

  • Klasse 3: Qualtätsstandard

  • Klasse 4: Nischenmerkmal