Verkosten

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Das Auge

Das Auge stellt den Farbton des Bieres fest. Dieser muss rein und klar sein und der jeweiligen Bierart entsprechen. Helles Bier soll hellgelb bis goldgelb, dunkles Bier bernsteinfarben bis rotbraun oder bis zur Undurchsichtigkeit dunkel sein.

Bei zu tiefen Lagertemperaturen kann Bier infolge Ausscheidung von Extraktstoffen kältegetrübt sein. Diese Trübung lässt sich durch langsames Erwärmen auf Zimmertempetraur meistens wieder auflösen. Spezielle Herstellungsverfahren, z.B. Flaschengärung für die Hefeweizenbiere, ergeben oft eine leichte Trübung, die auf schwebende Hefezellen zurückzuführen ist.

Nach dem Einschenken ist auf den Schaum des Bieres zu achten. Eine gute Schaumbildung und Schaumhaltbarkeit ist ein Merkmal für gute Qualität des Bieres. Bei einem guten Bier und einwandfreiem, sauberen Glas bleiben die Schaumringe, die sich während des Trinkens, nach dem jeweiligen Absetzen des Glases bilden, an der Innenwand des Glases gut sichtbar haften.

Zu beachten ist auch, dass bei ungenügendem Nachspülen der Gläser geringe Mengen von Waschmitteln hängen bleiben, die den Bierschaum zerstören. Der Schaum bleibt zwar fein und sahnig, sackt aber rasch ab, ohne am Glas zu haften. Enthält das Glas gar noch Spuren von Fett, so löst sich der Schaum in grossen Blasen auf.

Die Nase

Durch leichtes Bewegen werden im Glas Luftwirbel erzeugt, die einen ganzen Strauss von Duftnoten zur Nase führen. Zunächst erfährst man das charakteristische Bieraroma, das je nach Biertyp unterschiedlich ist. Immer aber sollte es rein, sauber und "bierig" sein und nicht heftig in die Nase steigen. Helle Biere haben ein feines Hopfenaroma, das jedoch nicht so aufdringlich sein darf, dass es alle anderen Düfte überdeckt. Im dunklen Bier finden sich die angenehmen und behaglichen Düfte des stärker gerösteten Malzes.

Gewisse Fehler im Bier entdeckt der berufsmässige Prüfer schon am Geruch. Sie können verschiedene Ursachen haben. So kommt der sogenannte Pasteurisationsgeruch von zu lang dauernder Pasteurisierung des Bieres und der Lichtgeruch von einer längeren Lichtbestrahlung. Am Geruch können auch durch Mikroorganismen hervorgerufene Fehler erkannt werden.

Oft ist es aber gar nicht das Bier selbst, von dem der unerwünschte Geruch kommt, sondern das Trinkgefäss, das Geruchsspuren vom Abwaschen oder vom Aufbewahren in einem muffigen Schrank oder einem solchen, in dem stark riechende Dinge aufgewahrt werden.

Der Mund

Jetzt beginnt die Prüfung des Bieres mit dem Mund. Der Fachmann unterscheidet bei dieser Prüfung drei Einzelempfindungen:

  • Der Antrunk, der die Geschmacksempfindung hervorruft, solange sich das Bier in der Mundhöhle befindet
  • Die Rezenz, worunter man in erster Linie die Spritzigkeit (Kohlendioxidgehalt) versteht. Ein Bier kann mehr oder weniger rezent sein. Enthält es zu wenig Kohlendioxid, so wird es als schal bezeichnet
  • Der Nachtrunk, den das Bier nach dem Hinunterschlucken in Mund und Rachen hinterlässt